Link zum offiziellen Impfplan 2012:
Schutzimpfungen – notwendig oder?
Ängstliche Anrufe und Fragen der Patienten und auch von Kollegen während der letzten „weltweiten Schweinegrippepandemie“, lassen einen mehr als schlechten Informationsstand über das Impfwesen bei Patienten und Ärzten vermuten.
Eine Höchstgerichtsentscheidung mit Verurteilung der impfenden Ärztin wegen Verletzung der Aufklärungspflicht kippte fast unser an sich hervorragend funktionierendes System der öffentlichen Schutzimpfungen in Schulen, weil sich so mancher Schularzt weigert, diese nun durchzuführen. Tatsächlich war die Augennervenentzündung des betroffenen Schülers keine Nebenwirkung der Hepatitis B Impfung, sondern Folge einer Fieberblaseninfektion. Dies wurde allerdings in keinem Print- oder auch audiovisuellem Medium korrigierend erklärt, weil dies natürlich nicht publikumswirksam wäre.
Die Tatsache, dass letztendlich ausschließlich durch die Schutzimpfung die Pockenerkrankung, die in historischer Zeit ganze Gemeinden und Länder praktisch entvölkert hatte, weltweit ausgerottet werden konnte, ist unbestritten. Nun stehen wir knapp vor Ausrottung der Kinderlähmung, andere Erkrankungen wie Masern oder Mumps werden hoffentlich folgen.
Dass in Österreich noch immer mehr als 10 Kinder pro Jahr an SSPE (subacute sklerosierende Panencephalitis) – eine stets tödlich verlaufende Zweiterkrankung nach durchgemachten Masern – sterben müssen, wäre bei guten Durchimpfungsraten gegen Masern absolut zu verhindern.
Traurig ist aber vor allem die Tatsache, dass sich unter eingefleischten Impfgegnern nicht selten Ärztinnen und Ärzte befinden.
Gerade in den letzten Jahren fanden fast jährliche Veränderungen bei den wichtigsten Impfungen statt. Dies ist einerseits durch neue, bessere Impfstoffe bedingt, andererseits reagiert man seitens der Wissenschaft sehr schnell auf neue Erkenntnisse über die Schutzdauer der einzelnen Impfungen.
Seit der Einführung des Gratisimpfsystems für das Säuglings- und Kindesalters durch die ehemalige Sozialministerin Eleonore Hostasch Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist es möglich, dass alle Kinder ohne finanzielle Belastung der Familien moderne Schutzimpfungen erhalten können. Dem jahrelangen Wunsch der Impfsachverständigen, das Programm durch die immens wichtige Pneumokokkenimpfung zu ergänzen, wurde im heurigen Jahr endlich Rechnung getragen. Praktisch alle anderen EU-Länder bezahlen diese Impfung schon seit einigen Jahren.
Mit hohen Durchimpfungsraten und damit zu erzielender Herdenimmunität (durch die Immunität großer Teile der Gesellschaft wird die Ausbreitung verhindert, Geimpfte verschleppen die Erreger nicht weiter) wurde es möglich, die Anzahl der für die Grundimmunisierung notwendigen Teilimpfungen z. B. bei der Sechsfachimpfung zu reduzieren. Wie sehr eine hohe Durchimpfungsrate im Säuglings- und Kleinkindesalter über eine gute Herdenimmunität die Abwehrlage der Gesamtbevölkerung positiv beeinflussen kann, ist an der Tatsache zu erkennen, dass alle Länder mit etablierter Pneumokokkenimpfung (gegen den Erreger der Lungenentzündung) im Kindesalter eindeutig niedrigere Erkrankungs- und Sterberaten im Erwachsenenalter bei Pneumokokkenerkrankungen aufweisen.
Ähnlich wichtig ist zum Schutz der Eltern- und Großelterngeneration demnach auch die jährliche Influenzaimpfung im Kindesalter. Die geimpften Kinder können die Krankheit nicht nach Hause schleppen, daher schützt die Impfung der Kinder auch die Eltern und Großeltern!
Um einen raschen Überblick über den gültigen Impfkalender zu ermöglichen ist dieser hier angefügt. Folgende Änderungen sind zu beachten:
Abschließend muss noch einmal auf die Wichtigkeit der Teilnahme aller Beteiligten am Impfsystem hingewiesen werden. Ausschließlich durch hohe Durchimpfungsraten können einerseits Erkrankungen durch rein im Menschen vorkommende Erreger ausgerottet werden, andererseits ein guter Individualschutz garantiert werden (als Beispiel seien die gravierenden Unterschiede der Erkrankungszahlen bei FSME zwischen Österreich – 74 Fälle und Tschechien – über 800 Erkrankte 2011 genannt).
Nicht unerwähnt bleiben darf an dieser Stelle, dass es durch die Schutzimpfung gegen humane Papillomviren nun erstmals gelungen ist, mitunter tödliche Folgeerkrankungen (Gebärmutterhalskrebs) verhindern zu helfen.
Schützen Sie sich und Ihre Familie, lassen Sie sich und Ihre Kinder impfen!
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ab 7. Woche |
3. Monat |
4. Monat
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5. Monat |
6. Monat |
7. Monat |
ab 12. Monat |
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Rotavirus (RTV) |
2 bzw. 3x RTV-Impfstoff (Schluckimpfung) |
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Diphtherie (DIP) Tetanus (TET) Pertussis (PEA) Poliomyelitis (IPV) Haemophilus infl. B (HIB) Hepatitis B (HBV) |
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1. 6-fach Impfung |
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2. 6-fach Impfung |
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3. 6-fach Impfung |
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Konjugierte Mehrfachimpfung gegen Pneumokokken (PNC) |
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1. PNC-Impfung |
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2. PNC-Impfung |
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3. PNC-Impfung |
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Die jährliche Influenzaimpfung wird ab dem vollendeten 6. Lebensmonat empfohlen (zwei Teilimpfungen im Abstand von 4 Wochen bei Erstimpfung von Kindern bis zum vollendeten achten Lebensjahr; halbe Dosis bei Kindern bis zum vollendeten dritten Lebensjahr – oder Vaxigrip junior®).
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13. Monat |
14. Monat |
15.-19. Monat
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20.-24. Monat |
3. Lebens-jahr
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5. Lebens-jahr
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6. Lebens-jahr |
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Masern Mumps (MMRV) Röteln |
1.MMR
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2. MMR |
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Varizellen (VZV) |
1. VZV |
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ev. 2. VZV |
2. VZV |
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Konjugierte Meningokokken- Impfung (MEC) |
1. MEC-Impfung |
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Hepatitis A (HAV)
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1.HAV- Impfung |
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2. HAV- Impfung |
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FSME |
FSME |
FSME |
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FSME |
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FSME |
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Lj. |
7. |
8. |
9. |
10. |
11. |
12. |
13. |
14. |
15. |
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Diphtherie (dip) Tetanus (TET) Pertussis (PEA) Poliomyelitis (IPV) |
Auffrischungsimpfung dip-TET-PEA-IPV* |
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Hepatitis B (HBV)
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Auffrischungs-Impfung HBV bzw. nachholen der Grundimmunisierung (spätestens bis zum 13. Lebensjahr) |
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Humane Papillomviren (HPV) |
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3x HPV |
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FSME |
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FSME |
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FSME |
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Konjugierte Meningokokkenimpfung (MEC) |
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MEC4 |
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Masern Mumps (MMR, MMRV) Röteln |
MMR nachholen wenn nicht immun |
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Windpocken (VZV) |
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VZV 2x wenn nicht immun |
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Sofern abgeschlossene Grundimmunisierung vorliegt:
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18-20 Jahre |
30 Jahre |
40 Jahre
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50 Jahre |
60 Jahre
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65 Jahre |
70 Jahre |
75 Jahre u.s.w. |
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dip TET PEA |
dip TET PEA |
dip TET PEA |
dip TET PEA |
Dip TET PEA |
dip TET PEA |
dip TET PEA |
dip TET PEA |
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FSME alle 5 Jahre |
FSME alle 3 Jahre |
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HPV für Frauen, nachholen |
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FLU (Influenza) jährlich |
FLU (Influenza) jährlich |
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VZV (Herpes zoster) 1x |
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PNC* |
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PNE |
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